Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien

vom 10. Januar 1995

I. Allgemeiner Teil

Papageien (Psittacidae) sind soziale Vogelarten, die, mit Ausnahme von Europa, auf allen Kontinenten
verbreitet sind. Sie besiedeln unterschiedliche Lebensräume, wie zum Beispiel tropische
Regenwälder, Savannen, Halbwüsten, Bergwälder und Páramos bis in Höhen von 4000 m über NN
und darüber.

Das Nahrungsspektrum bei Papageien variiert erheblich. Viele Arten nehmen Sämereien auf, andere
Arten haben sich auf Frucht- oder Nektarnahrung spezialisierte Papageien sind, abgesehen von
wenigen Ausnahmen, Höhlenbrüter.

Zur Zeit kennt man über 340 Papageienarten, davon pflanzen sich 203 Arten (AZ - Nachzuchtstatistik
1984 - 1993) regelmäßig in Menschenobhut fort. Wellensittiche, Melopsittacus und ulatus, und
Nymphensittiche, Nymphicus hollandicus, werden seit Mitte des 19. Jh. gezüchtet, sind domestiziert
und werden in diesem Papier nicht berücksichtigt (ein entsprechendes Gutachten ist in Arbeit).

Papageien leben bis auf Ausnahmen paarweise oder in Gruppen. Sie sind grundsätzlich auch in der
Obhut des Menschen so zu halten. Ausgenommen sind unverträgliche und derzeit vorhandene,
nur auf Menschen geprägte sowie kranke oder verletzte Vögel.

Zukünftig ist beim Verkauf von Papageien auf die erforderliche Paarhaltung hinzuweisen, und sie sind
deshalb in der Regel nur zu zweit abzugeben. Jungvögel sollten so aufgezogen werden, daß sie
artgeprägt sind. Die Möglichkeit zur Fortpflanzung sollte gegeben sein, wenn die Unterbringung der
Nachzucht gewährleistet ist.

Dem umfangreichen Verhaltensrepertoire ist durch abwechslungsreiche Volieren-, Käfig- oder
Schutzraumausstattung, z. B. mit frischen Zweigen oder anderen geeigneten Gegenständen,
zu entsprechen.

Dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten ist durch Paarhaltung oder, bei begründeter Einzelhaltung,
durch tägliche ausreichende Beschäftigung mit dem Vogel nachzukommen.

Papageien können mit einer Reihe anderer Tierarten vergesellschaftet werden; auf Verträglichkeit
ist zu achten.

Einfuhr, Ausfuhr und Besitz von Papageien (mit Ausnahme von Nymphen- und Wellensittichen)
werden durch Artenschutzbestimmungen geregelt 1.

Die Zucht aller Papageien ist nach Tierseuchengesetz 2 genehmigungspflichtig; entsprechend
der Psittakoseverordnung 3 sind alle Papageien zu kennzeichnen. Die Binnenmarkt-
Tierseuchenschutzverordnung 4 legt für die Einfuhr von Papageien aus Drittländern eine
Quarantäne fest.

II. Spezieller Teil

Im folgenden werden die Papageien in die 4 Gruppen - Sittiche, kurzschwänzige Papageien,
Aras sowie Loris und andere Nektar trinkende - Arten eingeteilt.

A. Allgemeine Haltungsansprüche

Papageien dürfen nicht angekettet oder auf einem Bügel gehalten werden. Flugunfähige Papageien
sind auf einer Fläche zu halten, die den Maßen des Käfigs oder der Voliere entspricht und vielfältige
Klettermöglichkeiten enthält. Sie müssen jederzeit ihren Schutzraum aufsuchen können.

Die angegebenen Maße für Käfige oder Volieren gelten für die paarweise Unterbringung und dürfen
auch bei begründeter Einzelhaltung nicht unterschritten werden. Die Grundflächen sind je weiteres
gehaltenes Paar um 50% zu erweitern. Käfige sind in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen.

Für das Halten von Papageien aus Naturentnahmen ist in den ersten zwei Jahren größerer Raum
erforderlich, um ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Die Grundfläche von Käfigen und
Volierenanlagen muß deshalb mindestens 50% größer sein als in den Punkten

1 bis 4 des Abschnittes A angegeben.

Zwischen Käfigen oder Volieren können Trennwände zum Schutz vor Bißverletzungen erforderlich
sein.
Bei Außenvolierenhaltung muß ein Schutzraum 5) oder, im Einzelfall, Witterungsschutz vorhanden
sein, der jederzeit von den Vögeln aufgesucht werden kann. Nur bei schädlicher Witterung, z. B.
strengem Frost, dürfen die Vögel tagsüber im Schutzraum gehalten werden. Für die Arten, die in der
Regel in temperierten Räumen gehalten werden müssen, ist eine Innenvoliere entsprechend den Maßen
der Außenvoliere einzurichten. Einzelheiten zu Mindesttemperaturansprüchen werden pro Artengruppe
weiter unten angeführt. Futter- und Wasserstellen sind im Winter im Schutzraum anzubringen. Futter
und Wasser sind täglich frisch anzubieten, die Gefäße sind vorher zu reinigen.

Der Boden des Käfigs, der Innenvoliere und des Schutzraumes ist mit Sand, Hobelspänen von
unbehandeltem Holz, Holzgranulat, Rindenmulch o. ä. geeignetem Material abzudecken und möglichst
einmal wöchentlich zu reinigen. Der Boden einer Außenvoliere kann entweder Naturboden oder mit einem
Belag aus Sand, Kies o. ä. versehen sein. Das Material der Volieren, Käfige und deren Ausstattung darf
nicht zu Gesundheitsschäden führen, soll leicht zu reinigen und muß so verarbeitet bzw. angebracht sein,
daß Verletzungen nicht auftreten können. Die Vergitterung soll aus Querstäben oder Geflecht bestehen.
Käfige, Volieren und Schutzräume müssen mit mindestens 2 Sitzstangen aus Holz unterschiedlicher
Stärke ausgestattet sein, die so angebracht sind, daß möglichst lange Flugstrecken entstehen.

Werden Vögel in geschlossenen Räumen gehalten, ist Freiflug empfehlenswert.

Eine Badeeinrichtung sollte möglichst ständig zur Verfügung stehen. Baden Vögel nicht, sollen
sie bei geeignetem Wetter mindestens einmal wöchentlich mit Wasser besprüht werden.

In Räumen, auch in Schutzräumen, ist für ausreichend Tageslichteinfall oder für die Anwendung
von Kunstlicht entsprechend dem Tageslicht zu sorgen. Die tägliche

Beleuchtung soll 12 Stunden betragen, aber auch nicht überschreiten; der Tag - Nacht - Rhythmus
ist einzuhalten.

Bei Schwarmhaltung müssen während der Fortpflanzungszeit wesentlich mehr Nistkästen
angeboten werden als Paare im Gehege sind, um Streitigkeiten zu minimieren.

Besondere Sorgfalt ist auf abwechslungsreiches, geeignetes Futter zu verwenden. Es genügt
nicht, Papageien ganzjährig mit trockenen Sämereien zu füttern. Es müssen, je nach Vogelart,
auch Keimfutter, Obst, Gemüse, Grünfutter und, zumindest während der Jungenaufzucht,
tierisches Eiweiß angeboten werden.

Loris, Fledermauspapageien und Schwalbensittiche müssen Nektarfutter erhalten und dürfen nicht
an ausschließliche Körnerfütterung gewöhnt werden. Fledermauspapageien, Schwalbensittiche
und einige Loriarten benötigen neben dem Lorifutter auch Sämereien, alle nektartrinkenden Arten
auch Obst.

Papageien sind täglich auf Krankheitsanzeichen und Verletzungen zu kontrollieren.
Bei Krankheitsverdacht oder Verletzungen ist ein Tierarzt zu konsultieren.
Über Untersuchungen und Behandlungen sollen Aufzeichnungen geführt werden.

1. Sittiche mit den Gattungen 6) :

Alisterus, Aprosmictus, Aratinga, Barnardius, Bolborhynchus, Brotogeris, Cyanoliseus,
Cyanoramphus, Enicognathus, Eunymphicus, Geopsittacus, Leptosittaca, Myiopsitta, Nandayus,
Neophema, Ognorhynchus, Pezoporus, Platycercus, Polytelis, Prosopeia, Psephotus, Psittacula,
Purpureicephalus, Pyrrhura,  Rhynchopsitta.

1.1 Grundsätzliches

Sittiche sind langschwänzige Papageien, die sowohl offene Lebensräume wie Savannen und
Steppen als auch Wälder bewohnen.

Zu den kleinen Vertretern gehören die Grassittiche der Gattung Neophema mit Gesamtlängen (GL)
um 20 cm und Körpermassen (KM) um 37 g. Einer der größten ist der Arasittich, Rhynchopsitta
pachyrhyncha, mit einer GL um 38 cm und einer KM um 440 g.

Außerhalb der Brutzeit leben Sittiche in Familienverbänden oder bilden mehr oder weniger große
Schwärme, während der Brutzeit lebt die Mehrzahl der Arten paarweise.

1.2 Unterbringung

Südamerikanischen Sittichen mit den Gattungen Aratinga, Pyrrhura, Brotogeris oder Bolborhynchus
müssen ganzjährig geeignete Schlafkästen zur Verfügung gestellt werden, andere Sittiche benötigen
nur zur Fortpflanzung Nisthöhlen.

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden: Gesamtlänge der Vögel
in cm bezogen auf Arten

Maße des Käfigs/der Voliere
Länge x Breite x Höhe in m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 25 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5
über 25 bis 40 2,0 x 1,0 x 1,0 1, über 40 3,0 x 1,0 x 2,0 2,0

Die Temperatur im Schutzraum soll 5°C nicht unterschreiten. Für importierte Sittiche sind im
ersten Jahr Temperaturen von mindestens 10°C erforderlich.

Für Halsbandsittich, Mönchssittich, Chinasittich, Felsensittich und australische Sittiche muß
der Schutzraum frostfrei sein.

2. Kurzschwänzige Papageien mit den Gattungen:

Agapornis, Amazona, Bolbopsittacus, Cacatua, Callocephalon, Calyptorhynchus, Coracopsis,
Cyclopsitta, Deroptyus, Eclectus, Eolophus, Forpus, Geoffroyus, Graydidascalus, Gypopsitta,
Hapalopsittaca, Micropsitta, Nannopsittaca, Nestor, Pionites, Pionopsitta, Pionus, Poicephalus,
Prioniturus, Probosciger, Psittacara, Psittacella, Psittaculirostris, Psittacus, Psittinus,
Psittrichas, Strigops, Tanygnathus, Touit, Triclaria.
 

2.1 Grundsätzliches

Vertreter dieser Gruppe bewohnen die unterschiedlichsten Lebensräume von Meereshöhe bis in alpine
Regionen.

Zu den kleinsten Arten gehören die Sperlingspapageien der Gattung Forpus (GL 12 - 15 cm,
KM 25 - 30 g), zu den größten der Gelbhaubenkakadu, Cacatua galerita (GL 50 cm, KM 900 g),
und der Kea, Nestor notabilis (GL 50 cm, KM 950 g).

Diese Papageien leben außerhalb der Brutzeit überwiegend in Familienverbänden oder im Schwarm,
zur Brutzeit meist paarweise.

2.2 Unterbringung

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x Höhe
in m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 25 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5 über 25 bis 40 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0
über 40 3,0 x 1,0 x 2,0 2,0
Während der Zuchtperiode können Agapornis- und Forpus-Arten auch in Käfigen von 0,80 x 0,40 x
0,40 m untergebracht werden.

Die Temperatur im Schutzraum darf für Cyclopsitta, Deroptyus, Eclectus, Forpus, Geoffroyus,
Graydidascalus, Gypopsitta, Micropsitta, Pionites, Pionopsitta, Prioniturus, Psittacella,
Psittaculirostris, Psittinus, Psittrichas, Tanygnathus, Triclaria 15°C, für alle anderen 10°C
nicht unterschreiten.

Für Nachzuchten der Gattungen Cacatua, Callocephalon, Eolophus, Hapalopsittaca, Nannopsittaca,
Poicephalus kann die Temperatur im Schutzraum 5°C betragen, für Agapornis muß der Schutzraum
frostfrei sein. Für den Kea genügt ein Witterungsschutz. Weißbauchpapageien (Pionites-Arten)
benötigen ganzjährig Schlafkästen, andere Arten beziehen Höhlen meist nur zur Fortpflanzung.

3. Aras mit den Gattungen

Anodorhynchus, Ara, Cyanopsitta, Diopsittaca.

3.1 Grundsätzliches

Aras sind Bewohner des Tieflandregenwaldes und der unteren Bergregionen in Süd- und
Mittelamerika. Lebensräume sind meist feuchte Wälder, aber auch Galeriewälder oder trockenere
Regionen mit laubabwerfenden Bäumen.

Der kleinste Vertreter ist der Blaustirn - Zwergara, Diospittaca nobilis (GL 30 cm, KM 136 g), der
größte der Hyazinth - Ara, Anodorhynchus hyacinthinus (GL 98 cm, KM 1500 g).

Außerhalb der Brutzeit leben Aras paarweise, in Familienverbänden oder kleinen Gruppen.

3.2 Unterbringung

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x
Höhe in m Grundfläche des Schutzraumes m2 bis 40 2,0 x 1,0 x 1,5 1,0 über 40 bis 60
3,0 x 1,0 x 2,0 1,0 über 60  4,0 x 2,0 x 2,0 2,0

Alle Aras benötigen im Schutzraum eine Temperatur, die 10°C nicht unterschreitet.

4. Loris und andere nektartrinkende Arten mit den Gattungen:

Chalcopsitta, Charmosyna, Eos, Glossopsitta, Lathamus, Loriculus, Lorius, Neopsittacus,
Oreopsittacus, Phigys, Pseudeos, Psitteuteles, Trichoglossus, Vini.

4.1 Grundsätzliches

Diese Nahrungsspezialisten sind Bewohner von Wäldern oder baumbestandenen offenen
Landschaften. Ihre Verbreitung erstreckt sich von Meereshöhe bis in alpine Bereiche der
Äquatorialzone (bis 4000 m über NN).

Fledermauspapageien (Loriculus - Arten) erreichen bei GL von 10,5 bis 16 cm eine KM
von 12 bis 35 g.

Zu den größten Loris gehört der Frauenlori, Lorius lory, mit einer GL von 31 cm und einer
KM von 240 g.

Außerhalb der Brutzeit leben diese Papageien in Familienverbänden, Gruppen oder Schwärmen,
die auf der Suche nach Nahrung, d. h. blühenden Bäumen, die ihnen Pollen und Nektar
liefern, umherstreifen.

4.2 Unterbringung

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Länge x Breite x Höhe in
m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 20 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5 über 20 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0

Die Temperatur im Schutzraum muß mindestens 10°C, für Fledermauspapageien 15°C, betragen,
für Loris aus Bergregionen, z.B. Charmosyna papou, darf sie 5°C nicht unterschreiten.

Für die kälteunempfindlicheren Schwalbensittiche muß der Schutzraum frostfrei sein.

Der Boden von Käfigen oder Innenvolieren muß wegen der flüssigen Ausscheidungen der Tiere
mit saugfähiger Einstreu abgedeckt oder mit einem Zwischenboden versehen werden. Volieren
können auch gefliest, betoniert oder mit anderem abwaschbarem Material ausgestattet sein.

Das für diese Nahrungsspezialisten notwendige Futter muß frisch zubereitet sein und das
Futtergeschirr gründlich gereinigt werden.

B. Besondere Haltungsbedingungen

1. Kranke oder verletzte Vögel

Die unter den Punkten 1 bis 4 des Abschnittes A beschriebenen Haltungsanforderungen gelten
nicht für kranke oder verletzte Vögel, sofern nach tierärztlichem Ermessen eine andere Haltung
erforderlich ist.

2. Zoofachhandel

In Zoofachgeschäften können Käfige oder Volieren vorübergehend mit der doppelten Anzahl Papageien
besetzt werden. Dies ist nur in Zoofachgeschäften zu tolerieren, in denen eindeutig nachgewiesen
werden kann, daß die Papageien nicht bereits in anderen Zoofachgeschäften bzw. Filialen eingeschränkt
gehalten wurden und dadurch die Verweildauer, einschließlich Quarantäne, von 3 Monaten überschritten
wird.  An den Käfigen muß durch Hinweise deutlich erkennbar sein, daß die höhere Besetzung der Käfige
oder Volieren nur für die vorübergehende Haltung im Zoofachhandel toleriert wird.

3. Transport innerhalb Deutschlands

Transportbehältnisse müssen so beschaffen sein und der Transport muß so durchgeführt werden, daß
transportbedingte Verletzungen vermieden werden. Deshalb sollen Papageien während des Transportes
grundsätzlich einzeln transportiert werden.

Alle Transportkästen müssen aus stabilem Material und massiven Trennwänden bestehen; sie dürfen
keine Verletzungen hervorrufen. Die Transportbehälter sollen abgedunkelt und ausreichend belüftet sein.

Die Länge des Transportkastens muß mindestens der Gesamtlänge des zu transportierenden Vogels
entsprechen. Die Kopffreiheit des Tieres ist zu gewährleisten.

Vögel, die länger als 4 Stunden transportiert werden, sind mit Nahrung zu versorgen, die gleichzeitig
den Flüssigkeitsbedarf deckt.

Im übrigen gilt die Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport in der jeweils gültigen Fassung.

4. Vogelausstellungen und Vogelbewertungsschauen 7)

a) Die Gesamtdauer einer Ausstellung darf, inklusive An- und Abreise, maximal 4 Tage betragen.

b) Die Vögel dürfen maximal 3 Tage der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ausreichende zeitliche
Ruhepausen und Dunkelphasen müssen eingehalten werden.

c) Vögel aus Nachzuchten dürfen ausgestellt werden, Wildfänge nur, wenn sie an
Ausstellungsbedingungen gewöhnt sind.

d) Offensichtlich scheue Vögel sind generell von der Ausstellung oder Bewertung
zurückzuweisen.

e) Die Vögel sind vom Halter selbst oder von einem Beauftragten zur Ausstellung zu
transportieren.

Die Ausstellungs- und Bewertungskäfige für Papageien und Sittiche müssen mindestens
in Tischhöhe aufgestellt werden

f) Die Ausstellungs- und Bewertungskäfige müssen mindestens so breit oder tief wie die
eineinhalbfache Körperlänge des darin befindlichen Vogels sein. Bei Gemeinschaftshaltung bis zu
10 Tieren in Ausstellungskäfigen muß die Länge oder Tiefe des Käfigs mit der Anzahl der gehaltenen
Tiere multipliziert werden. Bei Gruppen von mehr als 10 Tieren reduziert sich der zusätzliche
Platzanspruch für jedes weitere Tier um 50%.

g) Ausstellungs- und Bewertungskäfige müssen mindestens zwei gegenüberliegende Sitzstangen
enthalten.

h) Als Einstreu darf aus hygienischen Gründen kein Futter verwendet werden.

i) Futter und Wasser müssen so gereicht werden, daß sie nicht durch Kot verschmutzt werden
können. Außerdem müssen Futter und Wasser täglich frisch geboten werden.

j) Die Käfige müssen in einem sauberen Zustand sein.

Werden die Mindestanforderungen für die Dauerhaltung eingehalten, so gelten keine zeitlichen
Ausstellungsbeschränkungen.
 

Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien

vom 10. Januar 1995

I. Allgemeiner Teil

Papageien (Psittacidae) sind soziale Vogelarten, die, mit Ausnahme von Europa, auf allen Kontinenten
verbreitet sind. Sie besiedeln unterschiedliche Lebensräume, wie zum Beispiel tropische Regenwälder,
Savannen, Halbwüsten, Bergwälder und Páramos bis in Höhen von 4000 m über NN und darüber.

Das Nahrungsspektrum bei Papageien variiert erheblich. Viele Arten nehmen Sämereien auf, andere
Arten haben sich auf Frucht- oder Nektarnahrung spezialisiert.

Papageien sind, abgesehen von wenigen Ausnahmen, Höhlenbrüter.

Zur Zeit kennt man über 340 Papageienarten, davon pflanzen sich 203 Arten

(AZ - Nachzuchtstatistik 1984 - 1993) regelmäßig in Menschenobhut fort. Wellensittiche,
Melopsittacus und ulatus, und Nymphensittiche, Nymphicus hollandicus, werden seit Mitte des
19. Jh. gezüchtet, sind domestiziert und werden in diesem Papier nicht berücksichtigt
(ein entsprechendes  Gutachten ist in Arbeit).

Papageien leben bis auf Ausnahmen paarweise oder in Gruppen. Sie sind grundsätzlich auch in der
Obhut des Menschen so zu halten. Ausgenommen sind unverträgliche und derzeit vorhandene, nur auf
Menschen geprägte sowie kranke oder verletzte Vögel. Zukünftig ist beim Verkauf von Papageien auf
die erforderliche Paarhaltung hinzuweisen, und sie sind deshalb in der Regel nur zu zweit abzugeben.
Jungvögel sollten so aufgezogen werden, daß sie artgeprägt sind.

Die Möglichkeit zur Fortpflanzung sollte gegeben sein, wenn die Unterbringung der Nachzucht
gewährleistet ist.

Dem umfangreichen Verhaltensrepertoire ist durch abwechslungsreiche Volieren-, Käfig- oder
Schutzraumausstattung, z. B. mit frischen Zweigen oder anderen geeigneten Gegenständen,
zu entsprechen.

Dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten ist durch Paarhaltung oder, bei begründeter Einzelhaltung,
durch tägliche ausreichende Beschäftigung mit dem Vogel nachzukommen.

Papageien können mit einer Reihe anderer Tierarten vergesellschaftet werden; auf Verträglichkeit
ist zu achten.

Einfuhr, Ausfuhr und Besitz von Papageien (mit Ausnahme von Nymphen- und Wellensittichen)
werden durch Artenschutzbestimmungen geregelt 1.

Die Zucht aller Papageien ist nach Tierseuchengesetz 2 genehmigungspflichtig; entsprechend
der Psittakoseverordnung 3 sind alle Papageien zu kennzeichnen. Die Binnen­markt-Tierseuchen­
schutz­ verordnung 4 legt für die Einfuhr von Papageien aus Drittländern eine Quarantäne fest.

II. Spezieller Teil

Im folgenden werden die Papageien in die 4 Gruppen - Sittiche, kurzschwänzige Papageien, Aras
sowie Loris und andere nektartrinkende - Arten eingeteilt.

A. Allgemeine Haltungsansprüche

Papageien dürfen nicht angekettet oder auf einem Bügel gehalten werden. Flugunfähige Papageien
sind auf einer Fläche zu halten, die den Maßen des Käfigs oder der Voliere entspricht und vielfältige
Klettermöglichkeiten enthält. Sie müssen jederzeit ihren Schutzraum aufsuchen können.

Die angegebenen Maße für Käfige oder Volieren gelten für die paarweise Unterbringung und dürfen auch
bei begründeter Einzelhaltung nicht unterschritten werden. Die Grundflächen sind je weiteres gehaltenes
Paar um 50% zu erweitern. Käfige sind in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen.

Für das Halten von Papageien aus Naturentnahmen ist in den ersten zwei Jahren größerer Raum
erforderlich, um ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Die Grundfläche von Käfigen und
Volierenanlagen muß deshalb mindestens 50% größer sein als in den Punkten 1 bis 4 des
Abschnittes  A angegeben.

Zwischen Käfigen oder Volieren können Trennwände zum Schutz vor Bißverletzungen erforderlich sein.

Bei Außenvolierenhaltung muß ein Schutzraum 5) oder, im Einzelfall, Witterungsschutz vorhanden sein,
der jederzeit von den Vögeln aufgesucht werden kann. Nur bei schädlicher Witterung, z. B. strengem
Frost, dürfen die Vögel tagsüber im Schutzraum gehalten werden. Für die Arten, die in der Regel in
temperierten Räumen gehalten werden müssen, ist eine Innenvoliere entsprechend den Maßen der
Außenvoliere einzurichten. Einzelheiten zu Mindesttemperaturansprüchen werden pro Artengruppe weiter
unten angeführt. Futter- und Wasserstellen sind im Winter im Schutzraum anzubringen. Futter und Wasser
sind täglich frisch anzubieten, die Gefäße sind vorher zu reinigen.

Der Boden des Käfigs, der Innenvoliere und des Schutzraumes ist mit Sand, Hobelspänen von
unbehandeltem Holz, Holzgranulat, Rindenmulch o. ä. geeignetem Material abzudecken und möglichst
einmal wöchentlich zu reinigen. Der Boden einer Außenvoliere kann entweder Naturboden oder mit
einem Belag aus Sand, Kies o. ä. versehen sein. Das Material der Volieren, Käfige und deren Ausstattung
darf nicht zu Gesundheitsschäden führen, soll leicht zu reinigen und muß so verarbeitet bzw. angebracht sein,
daß Verletzungen nicht auftreten können.
Die Vergitterung soll aus Querstäben oder Geflecht bestehen. Käfige, Volieren und Schutzräume müssen
mit mindestens 2 Sitzstangen aus Holz unterschiedlicher Stärke ausgestattet sein, die so angebracht sind,
daß möglichst lange Flugstrecken entstehen.

Werden Vögel in geschlossenen Räumen gehalten, ist Freiflug empfehlenswert.

Eine Badeeinrichtung sollte möglichst ständig zur Verfügung stehen. Baden Vögel nicht, sollen sie
bei geeignetem Wetter mindestens einmal wöchentlich mit Wasser besprüht werden.

In Räumen, auch in Schutzräumen, ist für ausreichend Tageslichteinfall oder für die Anwendung
von Kunstlicht entsprechend dem Tageslicht zu sorgen. Die tägliche Beleuchtung soll 12 Stunden
betragen, aber auch nicht überschreiten; der Tag - Nacht - Rhythmus ist einzuhalten.

Bei Schwarmhaltung müssen während der Fortpflanzungszeit wesentlich mehr Nistkästen angeboten
werden als Paare im Gehege sind, um Streitigkeiten zu minimieren.

Besondere Sorgfalt ist auf abwechslungsreiches, geeignetes Futter zu verwenden. Es genügt nicht,
Papageien ganzjährig mit trockenen Sämereien zu füttern. Es müssen, je nach Vogelart, auch Keimfutter,
Obst, Gemüse, Grünfutter und, zumindest während der Jungenaufzucht, tierisches Eiweiß angeboten werden.

Loris, Fledermauspapageien und Schwalbensittiche müssen Nektarfutter erhalten und dürfen nicht an
ausschließliche Körnerfütterung gewöhnt werden. Fledermauspapageien, Schwalbensittiche und einige
Loriarten benötigen neben dem Lorifutter auch Sämereien, alle nektartrinkenden Arten auch Obst.

Papageien sind täglich auf Krankheitsanzeichen und Verletzungen zu kontrollieren.

Bei Krankheitsverdacht oder Verletzungen ist ein Tierarzt zu konsultieren. Über Untersuchungen und
Behandlungen sollen Aufzeichnungen geführt werden.

1. Sittiche mit den Gattungen 6) :

Alisterus, Aprosmictus, Aratinga, Barnardius, Bolborhynchus, Brotogeris, Cyanoliseus,
Cyanoramphus, Enicognathus, Eunymphicus, Geopsittacus, Leptosittaca, Myiopsitta, Nandayus,
Neophema, Ognorhynchus, Pezoporus, Platycercus, Polytelis, Prosopeia, Psephotus, Psittacula,
Purpureicephalus, Pyrrhura, Rhynchopsitta.

1.1 Grundsätzliches

Sittiche sind langschwänzige Papageien, die sowohl offene Lebensräume wie Savannen und Steppen
als auch Wälder bewohnen.

Zu den kleinen Vertretern gehören die Grassittiche der Gattung Neophema mit Gesamtlängen (GL) um
20 cm und Körpermassen (KM) um 37 g. Einer der größten ist der Arasittich, Rhynchopsitta
pachyrhyncha, mit einer GL um 38 cm und einer KM um 440 g.

Außerhalb der Brutzeit leben Sittiche in Familienverbänden oder bilden mehr oder weniger große
Schwärme, während der Brutzeit lebt die Mehrzahl der Arten paarweise.

1.2 Unterbringung

Südamerikanischen Sittichen mit den Gattungen Aratinga, Pyrrhura, Brotogeris oder Bolborhynchus
müssen ganzjährig geeignete Schlafkästen zur Verfügung gestellt werden, andere Sittiche benötigen
nur zur Fortpflanzung Nisthöhlen.

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden: Gesamtlänge der Vögel in
cm bezogen auf Arten

Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x Höhe in m Grundfläche des Schutzraumes in m2
bis 25 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5 über 25 bis 40 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0 über 40 3,0 x 1,0 x 2,0 2,0

Die Temperatur im Schutzraum soll 5°C nicht unterschreiten. Für importierte Sittiche sind im ersten
Jahr Temperaturen von mindestens 10°C erforderlich.

Für Halsbandsittich, Mönchssittich, Chinasittich, Felsensittich und australische Sittiche muß der
Schutzraum frostfrei sein.

2. Kurzschwänzige Papageien mit den Gattungen:

Agapornis, Amazona, Bolbopsittacus, Cacatua, Callocephalon, Calyptorhynchus, Coracopsis,
Cyclopsitta, Deroptyus, Eclectus, Eolophus, Forpus, Geoffroyus, Graydidascalus, Gypopsitta,
Hapalopsittaca, Micropsitta, Nannopsittaca, Nestor, Pionites, Pionopsitta, Pionus, Poicephalus,
Prioniturus, Probosciger, Psittacara, Psittacella, Psittaculirostris, Psittacus, Psittinus, Psittrichas,
Strigops, Tanygnathus, Touit, Triclaria.

2.1 Grundsätzliches

Vertreter dieser Gruppe bewohnen die unterschiedlichsten Lebensräume von Meereshöhe bis in
alpine Regionen.

Zu den kleinsten Arten gehören die Sperlingspapageien der Gattung Forpus (GL 12 - 15 cm,
KM 25 - 30 g), zu den größten der Gelbhaubenkakadu, Cacatua galerita (GL 50 cm, KM 900 g),
und der Kea, Nestor notabilis (GL 50 cm, KM 950 g).

Diese Papageien leben außerhalb der Brutzeit überwiegend in Familienverbänden oder im Schwarm,
zur Brutzeit meist paarweise.

2.2 Unterbringung

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x
Höhe in m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 25 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5 über 25 bis 40
2,0 x 1,0 x 1,0 1,0 über 40 3,0 x 1,0 x 2,0 2,0

Während der Zuchtperiode können Agapornis- und Forpus-Arten auch in Käfigen von 0,80 x 0,40 x
0,40 m untergebracht werden.

Die Temperatur im Schutzraum darf für Cyclopsitta, Deroptyus, Eclectus, Forpus, Geoffroyus,
Graydidascalus, Gypopsitta, Micropsitta, Pionites, Pionopsitta, Prioniturus, Psittacella,
Psittaculirostris, Psittinus, Psittrichas, Tanygnathus, Triclaria 15°C, für alle anderen 10°C nicht
unterschreiten.

Für Nachzuchten der Gattungen Cacatua, Callocephalon, Eolophus, Hapalopsittaca, Nannopsittaca,
Poicephalus kann die Temperatur im Schutzraum 5°C betragen, für Agapornis muß der Schutzraum
frostfrei sein.

Für den Kea genügt ein Witterungsschutz.

Weißbauchpapageien (Pionites-Arten) benötigen ganzjährig Schlafkästen, andere Arten beziehen
Höhlen meist nur zur Fortpflanzung.

3. Aras mit den Gattungen

Anodorhynchus, Ara, Cyanopsitta, Diopsittaca.

3.1 Grundsätzliches

Aras sind Bewohner des Tieflandregenwaldes und der unteren Bergregionen in Süd- und
Mittelamerika. Lebensräume sind meist feuchte Wälder, aber auch Galeriewälder oder trockenere
Regionen mit laubabwerfenden Bäumen.

Der kleinste Vertreter ist der Blaustirn  Zwergara, Diospittaca nobilis (GL 30 cm, KM 136 g),
der größte der Hyazinth - Ara, Anodorhynchus hyacinthinus (GL 98 cm, KM 1500 g).

Außerhalb der Brutzeit leben Aras paarweise, in Familienverbänden oder kleinen Gruppen.

3.2 Unterbringung

Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x
Höhe in m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 40 2,0 x 1,0 x 1,5 1,0 über 40 bis 60 3,0 x 1,0 x
2,0 1,0 über 60 4,0 x 2,0 x 2,0 2,0

Alle Aras benötigen im Schutzraum eine Temperatur, die 10°C nicht unterschreitet.

4. Loris und andere nektartrinkende Arten mit den Gattungen:

Chalcopsitta, Charmosyna, Eos, Glossopsitta, Lathamus, Loriculus, Lorius, Neopsittacus,
Oreopsittacus, Phigys, Pseudeos, Psitteuteles, Trichoglossus, Vini.

4.1 Grundsätzliches

Diese Nahrungsspezialisten sind Bewohner von Wäldern oder baumbestandenen offenen Landschaften.
Ihre Verbreitung erstreckt sich von Meereshöhe bis in alpine Bereiche der Äquatorialzone
(bis 4000 m über NN).

Fledermauspapageien (Loriculus - Arten) erreichen bei GL von 10,5 bis 16 cm eine KM von 12 bis 35 g.

Zu den größten Loris gehört der Frauenlori, Lorius lory, mit einer GL von 31 cm und einer KM von 240 g.

Außerhalb der Brutzeit leben diese Papageien in Familienverbänden, Gruppen oder Schwärmen, die auf
der Suche nach Nahrung, d. h. blühenden Bäumen, die ihnen Pollen und Nektar liefern, umherstreifen.

4.2 Unterbringung
Folgende Maße für Käfige und Volieren dürfen nicht unterschritten werden:

Gesamtlänge der Vögel in cm bezogen auf Arten Maße des Käfigs/der Voliere Länge x Breite x Höhe
in m Grundfläche des Schutzraumes in m2 bis 20 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5 über 20 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0

Die Temperatur im Schutzraum muß mindestens 10°C, für Fledermauspapageien 15°C, betragen,
für Loris aus Bergregionen, z.B. Charmosyna papou, darf sie 5°C nicht unterschreiten. Für die
kälteunempfindlicheren Schwalbensittiche muß der Schutzraum frostfrei sein.

Der Boden von Käfigen oder Innenvolieren muß wegen der flüssigen Ausscheidungen der Tiere mit
saugfähiger Einstreu abgedeckt oder mit einem Zwischenboden versehen werden. Volieren können
auch gefliest, betoniert oder mit anderem abwaschbarem Material ausgestattet sein.

Das für diese Nahrungsspezialisten notwendige Futter muß frisch zubereitet sein und das Futtergeschirr
gründlich gereinigt werden.

B. Besondere Haltungsbedingungen
 

1. Kranke oder verletzte Vögel
Die unter den Punkten 1 bis 4 des Abschnittes A beschriebenen Haltungsanforderungen gelten nicht für
kranke oder verletzte Vögel, sofern nach tierärztlichem Ermessen eine andere Haltung erforderlich ist.

2. Zoofachhandel

In Zoofachgeschäften können Käfige oder Volieren vorübergehend mit der doppelten Anzahl Papageien
besetzt werden. Dies ist nur in Zoofachgeschäften zu tolerieren, in denen eindeutig nachgewiesen werden
kann, daß die Papageien nicht bereits in anderen Zoofachgeschäften bzw. Filialen eingeschränkt gehalten
wurden und dadurch die Verweildauer, einschließlich Quarantäne, von 3 Monaten überschritten wird.
An den Käfigen muß durch Hinweise deutlich erkennbar sein, daß die höhere Besetzung der Käfige
oder Volieren nur für die vorübergehende Haltung im Zoofachhandel toleriert wird.

3. Transport innerhalb Deutschlands

Transportbehältnisse müssen so beschaffen sein und der Transport muß so durchgeführt werden, daß
transportbedingte Verletzungen vermieden werden. Deshalb sollen Papageien während des Transportes
grundsätzlich einzeln transportiert werden.

Alle Transportkästen müssen aus stabilem Material und massiven Trennwänden bestehen; sie dürfen
keine Verletzungen hervorrufen. Die Transportbehälter sollen abgedunkelt und ausreichend belüftet sein.

Die Länge des Transportkastens muß mindestens der Gesamtlänge des zu transportierenden Vogels
entsprechen. Die Kopffreiheit des Tieres ist zu gewährleisten.

Vögel, die länger als 4 Stunden transportiert werden, sind mit Nahrung zu versorgen, die gleichzeitig
den Flüssigkeitsbedarf deckt.

Im übrigen gilt die Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport in der jeweils gültigen Fassung.

4. Vogelausstellungen und Vogelbewertungsschauen 7)

a) Die Gesamtdauer einer Ausstellung darf, inklusive An- und Abreise, maximal 4 Tage betragen.

b) Die Vögel dürfen maximal 3 Tage der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ausreichende zeitliche
Ruhepausen und Dunkelphasen müssen eingehalten werden.

c) Vögel aus Nachzuchten dürfen ausgestellt werden, Wildfänge nur, wenn sie an
Ausstellungsbedingungen gewöhnt sind.

d) Offensichtlich scheue Vögel sind generell von der Ausstellung oder Bewertung zurück zuweisen.

e) Die Vögel sind vom Halter selbst oder von einem Beauftragten zur Ausstellung zu transportieren.

Die Ausstellungs- und Bewertungskäfige für Papageien und Sittiche müssen mindestens in
Tischhöhe aufgestellt werden

f) Die Ausstellungs- und Bewertungskäfige müssen mindestens so breit oder tief wie die
eineinhalbfache Körperlänge des darin befindlichen Vogels sein. Bei Gemeinschaftshaltung bis
zu 10 Tieren in Ausstellungskäfigen muß die Länge oder Tiefe des Käfigs mit der Anzahl der
gehaltenen Tiere multipliziert werden. Bei Gruppen von mehr als 10 Tieren reduziert sich der
zusätzliche Platzanspruch für jedes weitere Tier um 50%.

g) Ausstellungs- und Bewertungskäfige müssen mindestens zwei gegenüberliegende Sitzstangen
enthalten.

h) Als Einstreu darf aus hygienischen Gründen kein Futter verwendet werden.

i) Futter und Wasser müssen so gereicht werden, daß sie nicht durch Kot verschmutzt werden
können. Außerdem müssen Futter und Wasser täglich frisch geboten werden.

j) Die Käfige müssen in einem sauberen Zustand sein.

Werden die Mindestanforderungen für die Dauerhaltung eingehalten, so gelten keine zeitlichen
Ausstellungsbeschränkungen.

5. Vogelmärkte/Vogelbörsen 8)

Vogelmärkte/Vogelbörsen dürfen nur an einem Tag abgehalten und es dürfen nur Vögel aus
Nachzuchten angeboten werden. Darüber hinaus müssen die Absätze d bis j des Punktes 4,
Abschnitt B, eingehalten werden.

Das Anbieten und der Verkauf von Papageien außerhalb klimatisierter Räume ist tierschutzwidrig.

Die Bedingungen für Vogelmärkte/Vogelbörsen mit Papageien können, soweit möglich, sinngemäß
auf andere Vogelmärkte/Vogelbörsen angewendet werden.

6. Übergangszeiten

Bestehende Haltungen von Papageien, die nicht den vorstehenden Anforderungen entsprechen,
sollen innerhalb von drei Jahren angepaßt werden.
Innerhalb dieser Zeit sind auch einzeln gehaltene Papageien zu vergesellschaften, soweit sie
sich nicht als unverträglich erwiesen haben. Als Ausgleich für soziale Kontakte mit Artgenossen
muß eine täglich mehrstündige Beschäftigung mit dem Tier sichergestellt sein.

Bei Bestandsgründungen, Bestandserweiterungen oder -ergänzungen sind die
Anforderungen der Punkte I sowie II Abschnitt A zu erfüllen.

Hinweise auf das Differenzprotokoll

5. Vogelmärkte/Vogelbörsen 8)

Vogelmärkte/Vogelbörsen dürfen nur an einem Tag abgehalten und es dürfen nur Vögel aus
Nachzuchten angeboten werden. Darüber hinaus müssen die Absätze d bis j des Punktes 4,

Abschnitt B, eingehalten werden.

Das Anbieten und der Verkauf von Papageien außerhalb klimatisierter Räume ist tierschutzwidrig.

Die Bedingungen für Vogelmärkte/Vogelbörsen mit Papageien können, soweit möglich, sinngemäß
auf andere Vogelmärkte/Vogelbörsen angewendet werden.

6. Übergangszeiten

Bestehende Haltungen von Papageien, die nicht den vorstehenden Anforderungen entsprechen,
sollen innerhalb von drei Jahren angepaßt werden.

Innerhalb dieser Zeit sind auch einzeln gehaltene Papageien zu vergesellschaften, soweit sie sich
nicht als unverträglich erwiesen haben. Als Ausgleich für soziale Kontakte mit Artgenossen muß
eine täglich mehrstündige Beschäftigung mit dem Tier sichergestellt sein.

Bei Bestandsgründungen, Bestandserweiterungen oder -ergänzungen sind die Anforderungen der
Punkte I sowie II Abschnitt A zu erfüllen.

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